Edelkrebsprojekt im Großen Langsee

 

Im Großen Langsee gibt es ihn noch, den vom Aussterben bedrohten Europäischen Edelkrebs Astacus astacus. Damit das so bleibt, engagieren sich Mitglieder unseres Vereins seit Jahren für seinen Erhalt.

Hier könnt ihr mehr darüber erfahren.

 

Wissenswertes über Flusskrebse in Schleswig-Holstein

Der Edelkrebs (wissenschaftlicher Name Astacus astacus) ist in Schleswig-Holstein die einzige einheimische Flusskrebsart und nur noch in einer Handvoll Gewässer verbreitet. Er wird bis zu 20 cm groß, über 250 g schwer und ist damit das größte wirbellose Tier in unseren Gewässern.

Zudem gibt es mit dem Signalkrebs Pacifastacus leniusculus, dem Kamberkrebs Faxonius limosus und dem Galizischen Sumpfkrebs Pontastacus leptodactylus drei weitere, nicht einheimische Flusskrebsarten. Von den nicht heimischen Arten sind der Kamberkrebs und der Signalkrebs eine ernste Bedrohung für einheimische Edelkrebse, da sie Überträger der Krebspest – einer pilzähnlichen Erkrankung, die nur Flusskrebse befällt - sind. Die Krebspest wird sehr leicht mit dem Wasser, z.B. über feuchte Kleidung, Besatzfische und auch Wasservögel übertragen und löscht innerhalb kurzer Zeit ganze Bestände des Edelkrebses aus. Sie ist maßgeblich verantwortlich für das flächendeckende Verschwinden der Edelkrebse aus Deutschland und Europa.

Aber auch wenn Kamber- oder Signalkrebse nicht mit der Krebspest infiziert sind, ist deren Ausbreitung eine Bedrohung für den heimischen Edelkrebs, da sie dem Edelkrebs in Bezug auf Nachkommenzahl, Wachstumsraten und direkte Konkurrenz überlegen sind. Dies führt dazu, dass bei Einwanderung von Kamber- oder Signalkrebsen in Gewässer mit Edelkrebsen der Bestand an Edelkrebsen wahrscheinlich verschwindet.

 

Edelkrebse im Langsee

Der Große Langsee beherbergt einen intakten und großen Bestand des Edelkrebses, der aufgrund seiner genetischen Diversität auch bundesweit von besonderer Bedeutung ist. Für Schleswig-Holstein sind die Edelkrebse aus dem Langsee so schützenswert, sodass sie für Besatzprojekte in der Krebszucht Oeversee gezielt vermehrt werden (Link zum Projekt Seenland). Die Wellspanger Au ist der Abfluss des Langsees und wird unterhalb der Mühle in Wellspang seit mehreren Jahren von Signalkrebsen und Edelkrebsen besiedelt. Dort haben sich die Signalkrebse inzwischen massenhaft vermehrt und die Edelkrebse fast vollständig verdrängt – nur selten fangen wir bei unseren Kontrollen einzelne ältere Edelkrebse.

Eine Ausbreitung der Signalkrebse in den Langsee schien durch das Mühlenbauwerk in Wellspang langfristig verhindert zu werden. Aber der Ausbreitungsdrang der Tiere lässt sie sehr erfinderisch werden. 2013 wurde beobachtet, dass Signalkrebse die senkrechte Wand am Mühlenbauwerk überklettern können und es gab kurz darauf erste Nachweise von geschlechtsreifen Signalkrebsen oberhalb der Mühle. Für die Edelkrebse im Langsee bedeutet dies eine große Gefahr, da sie durch eine etablierte Signalkrebspopulation ähnlich wie in der Wellspanger Au mittelfristig verschwinden würden.

 

Was wir für den Edelkrebs tun

Seit 2013 werden vom ASV Schleswig – teilweise gefördert mit Mitteln aus der Fischereiabgange des Landes Schleswig-Holstein – große Anstrengungen unternommen, um ein weiteres Eindringen der Signalkrebse in den Langsee zu verhindern, bereits in das Gewässer gelangte Signalkrebse zu entnehmen und die Mühle gegen ein Überklettern zu sichern. Dazu Fischen wir z.B. mit Krebskörben und entnehmen die im Langsee gefangenen Signalkrebse. Diese Arbeiten haben dazu beigetragen, dass sich bislang keine reproduzierende Signalkrebspopulation oberhalb der Mühle etablieren konnte. Eine ausführlichere Darstellung über ein gefördertes Projekt findet ihr hier

 

Was ihr für den Edelkrebs tun könnt

Niemals Flusskrebse aus- oder umsetzen: Die verschiedenen Flusskrebsarten sind sehr schwer zu unterscheiden. Daher wird ihre Verbreitung ungewollt gefördert, wenn amerikanische Krebse für Edelkrebse gehalten und ausgesetzt werden. Deshalb verwendet nie lebende Flusskrebse als Köder und setzt nie Flusskrebse in neue Gewässer. Wenn ihr Edelkrebse in euren Gewässern besetzen wollt, wendet euch vorher an einen Experten, einen Kontakt vermitteln wir gern.

Krebspestübertragung verhindern: Besonders der Kamberkrebs kommt in Schleswig-Holstein inzwischen flächendeckend vor. Wer zum Beispiel an den Plöner Seen geangelt hat, ist dort sicher mit dem Krebspesterreger in Kontakt gekommen. Daher sollten alle Gerätschaften und insbesondere Gummistiefel gut getrocknet werden, bevor es an den Langsee (oder auch jedes andere Gewässer) geht. Sonst tragt ihr womöglich ungewollt die Krebspest in neue Gewässer. Der Erreger ist zwar robust, aber das Austrocknen verträgt er nicht.

 

Quelle: Bild und Text Dipl. Umweltwiss. Kai Lehmann

 

Bericht Edelkrebs Gr. Langsee


Zur Bestimmung der einzelnen Krebsarten die hier am heufigsten in unseren Gewässern vorkommen, bieten wir euch eine Auswahl von Bestimmungskarten der Krebse mit Bild und Text zum Download an.

Edelkrebs-Projekt

Hier mal ein paar Eindrücke von der Arbeit einer Kontrollfischung auf Edelgrebse. Ab und zu sind immer mal diese schönen hellblauen Krebse mit unter den anderen Edelkrebsen.